Margaretha über die Arbeit mit Iris Berben
Die Foto-Produktionen mit Iris Berben bedeuteten mir viel. Und ich erinnere mich sehr gern an unsere Begegnungen. Vor dem ersten Treffen mit ihr war ich sehr nervös und aufgeregt. Ich hatte mir vorher zwei ihrer Filme angesehen, um mich auf ihre Sprache und Körpersprache einzustimmen. Als wir uns frühmorgens um 8 Uhr im kalten, grell und hart beleuchteten Schminkraum des Studios das erste Mal trafen, war Iris noch ungeschminkt, wirkte noch etwas müde und verfroren. Ihre zarte Gestalt, ihre sensible, aber Stärke zeigende Ausstrahlung und ihre außergewöhnlich beeindruckende Präsenz hat mich auf den ersten Blick berührt und fasziniert.
Ich spürte, dass Iris vor dem Shooting genauso nervös war wie ich. Fotografieren und fotografiert zu werden, ist eine sehr persönliche und oft auch beängstigende, hochsensible Angelegenheit. Es ist für beide Seiten aufregend. Die Foto-Kamera schaut in die Tiefe der Person und sieht jedes Detail, jede Unsicherheit, jeden kleinen Makel. Iris Berben ist es zwar gewohnt, routiniert vor der Film-Kamera zu agieren, schlüpft dabei aber immer in die Rolle anderer Personen.
Beim fotografiert werden ist es anders, es geht um ihre Person selbst. Die Kamera kann zu einem beängstigenden Ding werden, von dem man weiß, dass es jeden kleinen Zweifel, jeden Makel, jede Unsicherheit gnadenlos aufdecken kann. Ich wollte Iris dabei unterstützen, sich wohlzufühlen. Meine Aufgabe ist es, relativ schnell großes Vertrauen zu mir aufzubauen. Es ist jedes Mal neu, anders und aufregend für beide Seiten. Das gehört zum Ritual. Das Wort Lampenfieber trifft dieses Gefühl für beide Beteiligten sehr gut.
Während des Fotografierens sprachen wir im Grunde nicht viel miteinander und wenn, sehr leise. Trotzdem spürten und verstanden wir uns auf eine sehr intuitive sensible Art und Weise. Unsere Kommunikation war sanft, feinfühlig und doch sehr intensiv. Wir tauschten uns über Gesten und Blicke aus, verstanden uns durch unsere Körpersprache. Viele Worte waren nicht nötig, weil fast magisch ein gegenseitiges Vertrauen entstand. Verbundenheit, sich fallen lassen und gegenseitiges Vertrauen spielen beim fotografiert werden eine zentrale Rolle. Fotografieren und fotografiert zu werden ist für beide Seiten ein sehr persönlicher, aufregender, sensibler und sehr intimer Moment. Die Begegnung mit Iris Berben war eine sehr schöne, emotionale und berührende Erfahrung voller Momente, die ich nicht missen möchte …
Iris Berben ist eine deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin und Aktivistin gegen Antisemitismus. Ob in Film oder Fernsehen, sie ist eine anmutige Diva, mit enormem Können und Wandlungsfähigkeit. Eine der ganz großen deutschen Schauspielerinnen.